Engelgeschichten

Als ich den Engel traf hatte die dicke schwarze Wolke den Himmel schon halb zugedeckt. Die Sonne blinzelte nur noch mit einem Auge auf unser kleines Dorf herunter. Die Kinder wurden schon alle nach Hause gerufen. Im Dunkeln sollen sie nicht draußen sein. Da hatten die Mütter Angst. Meine auch das wusste ich ganz genau. Aber ich stand wie angewurzelt und riss die Augen auf. Dort, ja dort stand er. Jetzt deckte die Wolke jegliches Licht zu.

Ich hatte keine Angst und ging auf ihn zu. Doch dort, wo er gestanden hatte, war er nicht mehr. Jetzt wurde es mir doch sehr mulmig zu Mute. Ich war schon sehr weit von zu Hause weg und vielleicht war es besser, wenn ich zurückging. Ich drehte mich um und sah in der Entfernung eine dunkle Gestalt. Sie kam auf mich zu und dass genau aus der Richtung in der mein Zuhause lag. Ein Angstgefühl stieg in mir auf. Was sollte ich tun? Ich musste doch zurück.

Wie erstarrt, stand ich angewurzelt in diesem unheilvollen Licht und starrte auf die Gestalt, die sich mir schnell näherte. Warum war ich auch bloß so unvernünftig gewesen. Mein Leichtsinn und die Abenteuerlust waren gänzlich verflogen und fast gelähmt vor Angst schloss ich jetzt auch noch meine Augen.

Ich spürte eine Hand auf meiner Schulter, vorsichtig öffnete ich die Augen. Dunkel, hell? Meine Angst schnürte mir den Hals zu, ich begann, um mich zu schlagen, bis ich merkte, dass mich jemand im Arm hielt, mir leise zuredete und mich so aus dem Albtraum in die Wirklichkeit holte. Dieser Traum ließ mich lange nicht los, die Begegnung mit dunklen und hellen Gestalten.

vanga

Schreibwerkstatt – Gemeinschaftstexte

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