Der Weihnachtsstern vom Giller

Klein ist er und hat so viele Brüder und wird eines Tages in der Gärtnerei aus dem Regal gefischt. Bezahlt und dann verladen saust im Auto er die Lützel rauf und getrennt von seinen Kumpels steht jeder jetzt auf seinem eigenen Tisch.

So jung sind sie – so unbedarft – doch stehen jetzt hier und machen plötzlich ihre Ohren auf. Gespräche, die sie gar nicht hören wollen, doch manchmal lebt die Neugier mit. Oft bleibt das Ende offen, der Aufbruch so abrupt vom Mittagstisch. So manches würde da der kleine Weihnachtsstern so gern noch wissen – ist aber oft auch ganz schnell vergessen.

Durch Blumen sprechen, doch manchmal ist der Atem nicht so frisch, da würd das Weihnachts-sternchen gerne mal  weichen und ruft oft sehr erfolglos  nach Odol Frisch. Das Date – so ganz geheim – stundenlang hat manche Damen sich zurechtgemacht. Der leichte Duft von Toska, so kokett der Augenaufschlag und wer dann noch ein Zimmer mag – hier auf dem Giller kann man alles kaufen!

Geburtstagsfeiern und Familienfeste sowie jede Menge Urlaubsgäste. So ein Weihnachtsstern bekommt sehr viel zu hören, doch bleibt dabei stumm. Er darf Gespräche ja nicht stören.

Eines Tage hört er jedoch die Glocken läuten. Narzissen, Märzenbecher, Osterglocken leuchten gelb jetzt  zwischen Tischgesprächen.  So grausam ist auch hier der Jahreszeitlauf denkt dieser kleine Weihnachtsstern und dann geht auch für ihn *die Tonne* auf und seine Welt wird dunkel …

vanga

18/01/2018

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