Vertrauen

An Instrumenten freuen sich die Leute, wenn sie angenehm tönen, den Vögeln lauscht man, wenn sie singen, den Tieren schaut man gern zu, wenn sie spielen und hüpfen, während man sich vor ihrem Geheul und Gebrüll und finsteren Dreinblicken ängstigt bis ekelt. Wenn einem aber das eigene Leben einen unerfreulichen, in Kummer versunkenen Anblick bietet, weil die unerfreulichsten Leiden, Geschäfte und Sorgen kein Ende nehmen und einen unaufhörlich niederdrücken und bedrängen dann gönnt man sich die Abwechslung nicht, dass man sich in sich selber eine Atempause und Erholung schafft, ja nicht einmal den Zuspruch anderer nimmt man an, obwohl er einen Gedanken enthält, den man verwicklichen könnte: von nun an mit dem, was die Gegenwart bietet, unschuldig auszukommen, der Vergangenheit dankbar zu gedenken und die Zukunft in gütiger und lichter Hoffnung ohne Furcht und Argwohn herankommen lassen.

Plutarch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.